20 Jahre Freie Fachschule – Begegnungen, Rückblicke, Ausblicke

In der dritten Oktoberwoche 2025 hat die Freie Fachschule für Sozialpädagogik Berlin ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einer Jubiläumswoche gefeiert, verbunden mit der Namensverleihung „Ute Craemer“.
Dazu hatten wir Ute Craemer als Ehrengast bei uns, mit ihrer wundervollen Begleitung durch Valeria Schwarz-Caffaro und Vitor Caffaro.
Unsere drei Besucherinnen und Besucher waren schon seit einer Woche in der Schweiz und trafen am Samstag in Berlin ein.

Sonntag: Begegnung mit ehemaligen Volunteers

Am Sonntag gab es eine erste Begegnung in der Fachschule mit ehemaligen Volunteers in Begleitung unserer Kollegin Nurtac Perazzo.

„Heute habe ich mich mit ehemaligen Volunteers von „Monte Azul“ getroffen. Sie hatten sich bereits am Samstag davor in der Fachschule getroffen“, erzählte Nurtac Perazzo. Und berichtete weiter:

„Die Menschen kamen aus verschiedenen Städten Deutschlands. Ich wurde von circa zehn Personen empfangen. Die Atmosphäre war sehr freundlich und einladend. Das bereits vorbereitete Buffet lud zum gemeinsamen Frühstück ein. Wir setzten uns anschließend zu einer Vorstellungsrunde zusammen. Es waren sowohl ehemalige Kinder aus „Monte Azul“, die als junge Menschen zu einer Ausbildung nach Deutschland gekommen waren, dabei, als auch Menschen, die als Volunteer dort ihre:n Lebenspartner:in kennen gelernt hatten. Welch ein Netz! Ich habe ihnen die Fachschule vorgestellt und einen Rundgang durch das Haus gemacht. Hinterher haben wir uns in einer Gesprächsrunde darüber ausgetauscht, welche Projekte wir gemeinsam gestalten könnten.

Die Volunteers sind gut vernetzt, haben einen eigenen Verein gegründet, treffen sich regelmäßig und haben das tiefe Bedürfnis, Utes Impuls der sozialen Gerechtigkeit, der Bildungschance und der Achtung der Menschenwürde hier umzusetzen und leben zu lassen, diese Haltung zu bewahren und zu kultivieren.“

Begegnung mit ehemaligen Volunteers in Begleitung von Nurtac Perazzo

Begegnung mit ehemaligen Volunteers in Begleitung von Nurtac Perazzo

Begegnung mit ehemaligen Volunteers in Begleitung von Nurtac Perazzo

Begegnung mit ehemaligen Volunteers in Begleitung von Nurtac Perazzo

Begegnung mit ehemaligen Volunteers in Begleitung von Nurtac Perazzo

Begegnung mit ehemaligen Volunteers in Begleitung von Nurtac Perazzo

Begegnung mit ehemaligen Volunteers in Begleitung von Nurtac Perazzo

Begegnung mit ehemaligen Volunteers in Begleitung von Nurtac Perazzo

Montag: Austausch & Wochenplanung

Am Montag war ein Austausch geplant zwischen Ute Craemer und der Schulleiterin Frau Templin der Paul-Simmel-Grundschule in Begleitung unserer Kollegin und stellvertretenden Schulleiterin Andrea Naka Marinkovic, die Ute aus Brasilien seit Kindheitstagen kennt. Mit der Grundschule sind wir als Fachschule durch die pädagogischen Angebote unserer Studierenden im Hort sehr verbunden.

Die Schule befindet sich in einem Lebensraum, der als „Brennpunkt“ bezeichnet wird. Das bedeutet, dass im Einzugsbereich der Schule viele Familien in sozio-ökonomisch prekären Verhältnissen leben. Die Kinder haben verschiedene Familien-Sprachen, Religionen und Lebensmodelle. Ute war sehr interessiert daran, in eine Begegnung und einen Austausch mit Frau Templin zu kommen, um ein Gefühl für die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Diversität und Inklusion in Deutschland zu bekommen. Allerdings wurde entschieden, den Termin in der Paul-Simmel-Grundschule abzusagen. Zu groß war die Aufregung der letzten Tage, Ute Craemer sollte sich lieber etwas ausruhen.

Bei unserer Kollegin Almut Staude zu Hause wurde in Anwesenheit von Andrea Naka Marinkovic die Wochenplanung gemeinsam durchgegangen, Ute Craemers Beitrag zum Fachtag und für den gemeinsamen Workshop besprochen, geprobt und gemeinsam gesungen.

Montagabend: Regionalkonferenz

Am Montagabend besuchte Ute Craemer die Regionalkonferenz der Waldorferzieher:innen. Sie war gebeten worden, zur modernen Waldorfpädagogik zu sprechen und hielt ein flammendes Plädoyer dafür, dass die Waldorfpädagogik eine Pädagogik für alle ist.

Ihr war es wichtig daran zu erinnern, den goldenen Kern in jedem Kind und Jugendlichen zu sehen und diesen jeden Tag neu zu suchen, zu erspüren und zum Leben zu erwecken.

Dienstag: Fachtag „Der soziale Impuls der Waldorfpädagogik“

Der Dienstag war dem Fachtag zum Thema „Der soziale Impuls der Waldorfpädagogik“ gewidmet. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Aufgaben sich aus der sozialen Ungleichheit in der Gesellschaft für pädagogische Einrichtungen ergeben.

Anknüpfend an den ursprünglichen sozialen Impuls der Waldorfpädagogik wurden der Anspruch und die Potenziale waldorfpädagogischer Einrichtungen beleuchtet, um Teil der Lösung zu werden und einen Beitrag zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit zu leisten.

In einem einleitenden Podiumsgespräch mit Ute Craemer, Christiane Adam und Frodo Ostkämper wurde der ursprüngliche soziale Impuls der Waldorfpädagogik hervorgehoben. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Barrieren abgebaut werden können, um eine größere soziale Vielfalt und Begegnungsmöglichkeiten über soziale Ungleichheiten hinweg zu ermöglichen. Besonders bewegend war der Einblick in das leuchtende Beispiel waldorfpädagogisch geprägter sozialer Arbeit in Brasilien im Projekt „Monte Azul“ durch die Begründerin Ute Craemer.

Beitrag von Monte Azul zur musikalischen Erziehung und ihre Bedeutung in der Pädagogik und Ausbildung

Beitrag von Monte Azul zur musikalischen Erziehung und ihre Bedeutung in der Pädagogik und Ausbildung

Beitrag von Monte Azul zur musikalischen Erziehung und ihre Bedeutung in der Pädagogik und Ausbildung

Beitrag von Monte Azul zur musikalischen Erziehung und ihre Bedeutung in der Pädagogik und Ausbildung

Workshops des Fachtages

Kathrin Pionscheck:
In dem künstlerischen Workshop haben wir uns von dem Thema und den Anregungen Ute Craemers inspirieren lassen und die Idee entwickelt, eine Skulptur, „eine Brücke“, zu bauen. Dabei sind wir auf die Suche nach Materialien gegangen, die uns auf dem Gelände der Fachschule begegnet sind. Aus Hölzern verschiedener Art wurde so symbolisch eine Brücke gebaut und schwebend in die Landschaft gebracht. Interessant waren die Begegnung der Teilnehmenden untereinander, die Gedanken, die sich entwickelten im gemeinsamen Tun und die ganz praktischen Erfahrungen, die jede:r in unterschiedlicher Weise eingebracht hat. 

Vitor Caffaro und Ute Craemer:
Der Workshop mit Ute und Vitor war geprägt von der Art und Weise, wie sie ihre
Studierenden in Brasilien für die soziale Thematik emotional einstimmen. Es wurde der Schöpfungsakt, in dem die Kokons (schlafende Ichwesen), in der Erde liegend, von dem kosmischen Licht erweckt werden, vorgetragen. Einmal erweckt begegneten sie dem anderen und alsbald der Gemeinschaft, um in vereinter Kraft zur schöpferischen Tat zu kommen. All dies wurde von den Teilnehmenden bewegend erlebt, hell und dunkel, ich und du, wir und Gemeinschaft bis hin zur schöpferischen Tat.

Christiane Adam und Frodo Ostkämper:
In dem von Christiane Adam und Frodo Ostkämper gemeinsam gestalteten Workshop wurde über die Auswirkungen von Armutslagen auf die Entwicklung von Kindern und über den Auftrag pädagogischer Einrichtungen, die negativen Folgen des Aufwachsens in Armut abzumildern, referiert.

Im Anschluss wurden, ausgehend von den eigenen praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden, folgende Fragen diskutiert:

  • Welche Barrieren behindern den Zugang zu waldorfpädagogischen Einrichtungen für Familien mit vielfältigen sozialen Hintergründen?
  • Wie sieht eine angemessene Unterstützung armutsbetroffener Familien/Kinder aus, und welche Ressourcen gibt es dafür in meiner Einrichtung?

Abschließend wurde das Potenzial des Leitbilds einer „Caring Community“ für die waldorfpädagogischen Einrichtungen beleuchtet.

Fridtjof Meyer-Radkau:
Der Workshop mit Fridtjof Meyer-Radkau beleuchtete die sozialen Impulse der Interkulturellen Waldorfschule Berlin mit speziellem Fokus auf Waldorfschulsozialarbeit. Anhand exemplarischer Fragestellungen wurden folgende Fragen diskutiert:

  • Inwieweit kann Waldorfschulsozialarbeit zur Chancengleichheit beitragen?
  • Welche Auswirkungen haben soziale Parameter der Interkulturellen Waldorfschule Berlin?

Dieser erst Fachtag war der Auftakt zu einer Reihe von drei Fachtagen über den sozialen Impuls in der Waldorfpädagogik. Der zweite Fachtag am 23. Januar widmete sich dem Thema „Partizipation und Kinderrechte“. Der dritte Fachtag wird am 21.03.2026 stattfinden über „Diskriminierungssensibles pädagogisches Handeln“.

Mittwoch: Unterricht „Alltagsgestaltung im Waldorfkindergarten“

Am Mittwoch nahm Ute Craemer im Unterrichtsfach „Alltagsgestaltung im Waldorfkindergarten“ in der Klasse VZA (1. Semester) bei unserer Kollegin Annette Trierweiler-Direske teil.

Als Ute Craemer den Raum betrat, war erst einmal an Unterricht laut Stundenplan nicht mehr zu denken: Die Studierenden hatten – im Anschluss an den Fachtag am Tag zuvor, bei dem Ute ihre Arbeit in „Monte Azul“ vorgestellt hatte – so viele Fragen, die Ute geduldig und offen beantwortete. An der Art und Weise des Fragens zeigte sich bei den Studierenden eine große Wertschätzung für Utes Arbeit und insbesondere für Ute als Mensch. Es herrschte plötzlich eine andächtige Atmosphäre.

Doch dann wünschte sich Ute, dass wir mit dem Unterricht beginnen, da sie ja eigentlich gekommen war, um daran teilzunehmen: Es stand das Thema „Einführung in pädagogische Prinzipien der Waldorfpädagogik im Kindergarten“ auf dem Programm. Wir erarbeiteten uns gemeinsam anhand einer anschaulichen, kurzen DVD über den Alltag in einem Waldorfkindergarten Stück für Stück grundlegende Prinzipien, tauschten uns dazu aus, diskutierten kritisch hinterfragend und hielten wesentliche Stichworte an der Tafel fest. Ute verfolgte alles sehr aufmerksam, nickte immer wieder zustimmend.

Am Ende kam sie noch zu mir, bedankte sich für den interessanten Unterricht und schloss mit den Worten: „Jetzt kann ich mir das alles noch besser vorstellen, was hier an der Fachschule passiert. Das ist alles so wichtig! Und die Studierenden sind ja sehr engagiert!“

Für mich war es ein aufregendes und horizonterweiterndes Erlebnis, Ute als Gast in meinem Unterricht gehabt zu haben – und eine Ehre!

Pädagogische Konferenz:
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es gleich in die Probe. Es war unsere erste und zugleich letzte gemeinsame Probe, also schon die Generalprobe. Dafür hat es sehr gut funktioniert. Mit der Klavierbegleitung von Birgit Neef und der Anleitung von Vitor Caffaro haben wir auf Portugiesisch und Deutsch gesungen. Dazwischen haben wir noch den Flügel gemeinsam an die richtige Stelle geschoben. Die gemeinsame Aktion mit dem Klavier fand Ute, laut eigener Aussage, sehr passend für unseren gemeinsamen Start!

Konferenz:
Ute und Vitor erzählten uns von „Monte Azul“, den Anfängen, dem Wachsen und Verändern bis in die Gesellschaft hinein. Ihren Begegnungen und Tätigkeiten mit Kindern und Jugendlichen mit der Möglichkeit, über sie die Familien, meist die Mütter, zu erreichen. Der Aufbau von Kindergarten, Schule, sozialer Arbeit, Krankenstationen, Geburtshaus und den Ausbildungen mit der Frage, wie das geht bei Menschen mit wenig Selbstbewusstsein und geringer oder keiner Schulbildung. Sie fanden heraus, dass das Künstlerische eine große Rolle spielt in der Aneignung von Selbstwert und Inhalten und die Menschen zu jener inneren Kraft der Seele führt, die sie zum Leuchten und ihre Potenziale zum Ausdruck bringt.

Ute Craemer schilderte uns, wie sie vor Ort gemeinsam eine Ausbildung zur sozialen Arbeit entwickelten, ein Curriculum entwarfen, die vom Staat anerkannt wurden. Zutiefst beeindruckt waren wir von den Erzählungen ihrer Lebensrealität in der Favela Sao Paulos. Ein gefährliches Leben, das Mut erfordert, Widrigkeiten standhält, einen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen hat, den Wert der Gemeinschaft kennt, die durchdrungen ist von Gesang, Musik, Tanz und immer mehr von tiefer Zuneigung zueinander. Vor seinem inneren Auge konnte man miterleben, wie die Gesellschaft vor Ort langsam und stetig durchlichtet wurde und Bildung möglich war. Und wir erhielten viel Lesestoff zu „Monte Azul“ und der Ausbildung.

Donnerstag: Jubiläumsfeier & Namensverleihung

Am Donnerstag war es nun so weit.
Die Jubiläumsfeier und die Namensverleihung standen an:

Mit etwa 100 Gästen, einem musikalischen Auftakt von Birgit Neef, nahm uns Sabine Kunig mit auf eine Reise in unsere Vergangenheit. Die Gründungsmitglieder, die vielen Begleiter:innen in der Vereinigung der Waldorfkindergärten, der Region und Berlin, der erste Schultag mit dem Teilzeitkurs, Umbrüche und Umzüge wurden geschildert und Werden und Wachsen der Fachschule vor Augen geführt. Der Neubau auf dem Campus in Schöneberg mit der Johannesschule, der Emil Molt Akademie und der Freien Fachschule wurde 2018 fertig und wir zogen ein. Hier sind wir nun das siebte Jahr, Studierende und Kolleg:innen haben wir kommen und gehen sehen...

Der Schulleiter Frodo Ostkämper schilderte in seiner Ansprache eingängig, dass die Waldorfpädagogik von Anbeginn in einem gesellschaftspolitischen Zusammenhang stand und Antworten auf die sozialen Fragen geben wollte. Wie kann eine zeitgemäße Waldorfpädagogik hundert Jahre später dem Heute und Morgen von Kindern und Familien gerecht werden? Für eine gegenwartsbezogene pädagogische Ethik der Waldorfpädagogik knüpfte Herr Ostkämper an den Entwurf der Sozialen Dreigliederung mit den Idealen Freiheit, Gleichheit und Solidarität an:

Freiheit gewährt das Recht jedes Kindes auf ganzheitliche Entfaltung seiner Impulse und Potenziale sowie den Schutz von Freiräumen für das Kind-Sein – jenseits einer Instrumentalisierung des Bildungswesens für wirtschaftliche Zwecke. Gleichheit verweist auf Bildungsgerechtigkeit und den Abbau von Benachteiligungen und Privilegien. Dazu gehört die Gleichwürdigkeit aller Menschen sowie die Achtung der Rechte von Kindern als Subjekte, die mitgestalten, mitentscheiden und Selbstwirksamkeit erfahren können. Solidarität zeigt sich in einer Haltung der Empathie und der Mitmenschlichkeit – in einem werteorientierten sozialen Miteinander, das von Fürsorge und gegenseitiger Anerkennung geprägt ist.

Waldorfkindergärten, so führte Herr Ostkämper aus, lassen sich in diesem Sinne als kleine Gemeinwesen verstehen, in denen Demokratie, Solidarität und Mitmenschlichkeit erfahrbar werden können. Leitend ist dabei ein weiter Inklusionsbegriff, der Zugänge und Teilhabe sowie den Schutz vor Diskriminierung und Ausgrenzung gewährleistet. Pädagogische Einrichtungen sind keine Inseln – Privilegien, Benachteiligungen und gesellschaftliche Machtverhältnisse wirken auch in ihnen. Zugleich sind sie Orte, an denen Begegnung möglich wird und an denen Kinder erfahren, ob sie als Individualität mit ihren unterschiedlichen Hintergründen gesehen, respektiert und beteiligt werden. Das Menschenbild und der Ursprungsimpuls der Waldorfpädagogik bieten gute Voraussetzungen für eine inklusive Pädagogik, in der Vielfalt als Bereicherung und Lerngelegenheit erlebt werden kann.

Es schlossen sich Grußworte uns verbundener Einrichtungen und eines ehemaligen Studierenden, Ahmad Maarawi, an. Ein gemeinsames Lied des Kollegiums beendete die Feier.
Man konnte sich am Buffet stärken und sich in den interaktiven Räumen zu „Monte Azul“, einer Favela, in der Ute Craemer ihre soziale und zutiefst menschliche Vision verwirklicht, informieren. Zwei weitere Räume stellten die Ausbildungsgänge an der Freien Fachschule und unseren besonderen Bezug zur Nachhaltigkeit dar. Eine Ecke mit der Möglichkeit des Fotoshootings war ebenfalls gegeben.

Endlich begann die feierliche Namensverleihung. Von Anfang an sollte die Fachschule einen Namen bekommen, jedoch ließ die Umsetzung zwanzig Jahre auf sich warten.

Hier und heute wird der Name „Ute Craemer“ feierlich verliehen. Andrea Naka Marinkovic sprach über unsere Beweggründe und Verbundenheit zu Ute Craemer, die sie von Kindheit an kennt. Angelika Oldenburg erzählte berührend und ergreifend von Ute Craemers Biografie und ihrem prägenden Motiv der Wertschätzung gegenüber jedem Menschen. Eva-Michaela Henke trug eine Passage aus ihrem Buch „Licht und Schatten“ vor, in dem Ute Craemer um die Gleichheit in der Behandlung des Menschen ringt angesichts großer Armut. Ute selbst sprach von den vier Marien, die ihr im Leben begegnet sind und sie teilweise eng begleiteten. Sie haben sie tief berührt, in ihrer einzigartigen Weise mit Resilienz und Kraft das Leben zu meistern, Leid und Schicksal mit Freude zu begegnen. Weiter sprach sie über die Fähigkeit, eine inspirierende Stimme zu haben, um zu begeistern und die Erkenntnis, damit überall hingehen zu können. Und sie erlebte, gleich den wachsenden Ringen auf einen Tropfen im Wasser, sich neue pädagogische Impulse aus „Monte Azul“ heraus in England, Spanien, Japan und jetzt auch an der Fachschule zu bilden. Sie begrüßte, dass unterschiedliche Strömungen zusammenarbeiten und voneinander lernen. Zuletzt gedachte sie der Verstorbenen und wie wichtig sie für die Gemeinschaft seien, mit ihrem Gewobenen aus Gold. Ehemalige Volunteers gedachten Utes Impuls der Offenheit und Wertschätzung jedem Menschen gegenüber und ihrer Gabe, Menschen zusammenzubringen und dabei stets die Haltung einer Forschenden, einer Fragenden zu wahren.

Die Krönung war das gemeinsame Singen und Tanzen mit den Volunteers, dem Kollegium und Ute, wenn nicht sogar dem ganzen Saal.

Wir heißen jetzt also „Freie Fachschule für Sozialpädagogik Berlin – Ute Craemer“.
Wir fühlen uns beehrt, sind tief berührt, beschenkt und dankbar.

Danke Ute. Danke Valeria und Vitor. Danke den Volunteers.

Freitag: Rückschau

Am Freitag hielten wir Rückschau, beseelt von den beeindruckenden Erlebnissen der Gemeinschaftsbildung, den anregenden pädagogischen und persönlichen Gesprächen zum sozialen Impuls der Waldorfpädagogik, den Feiern, der Fülle und Tiefe dieser Woche. Unser aller Erwartungen waren übertroffen.

Neben der überraschenden Tatsache, wie viele soziale Impulse der Waldorfpädagogik uns, um die halbe Welt entfernt, verbinden, schauten wir auf Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit, sei es in der Ausbildung, bei den sozialen Projekten oder der Umsetzung eines würdigen Menschenbildes.

Danke für die gemeinsame Woche voller Magie.
Wir freuen uns auf eine aktiv zu gestaltende gemeinsame Zukunft!